Themen & Tage

 

Resources, Di.11.10.

Was ver/brauchen wir?

4,2 Milliarden Tonnen Erdöl, 4 Billionen Kubikmeter Erdgas, 1 Milliarde Tonnen Braunkohle: Ressourcen, die der Mensch allein im Jahr 2021 aus den Untiefen der Erde gefördert und in den globalen Wirtschaftskreislauf eingespeist hat. Indem wir Ressourcen in derart gewaltigen Mengen nutzen, verändern wir den Planeten und unsere Umwelt – so tiefgreifend, dass mittlerweile eine neue geochronologische Epoche ausgerufen wurde: das Anthropozän. Der Mensch scheint zum wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden zu sein. Fast 8 Milliarden Menschen wollen nicht nur ernährt werden, sondern streben zugleich nach Fortschritt und Sicherheit, Wohlstand und Mobilität.

Doch die Ressourcen, die wir dafür benötigen sind endlich und regional nur begrenzt verfügbar. Aus diesem Dilemma ergeben sich schon heute weltweite Krisen und schwerwiegende Konflikte, die sich in den kommenden Jahrzehnten weiter zuspitzen könnten. Ist der Mensch also nur ein hochmütiger Zauberlehrling, der an den Wogen seiner eigenen Schaffenskraft zu zerbrechen droht? Wir schauen am ersten Tag in verschiedene Regionen der Welt, um zu erfahren, was wir Menschen ver/brauchen, aber auch was die Kosten unseres Ressourcenhungers sind.

 

Transformations, Mi.12.10

Wie ver/ändert das Klima uns?

Nicht nur der Mensch beeinflusst das Klima, das Klima beeinflusst auch die Menschen. In Folge des Klimawandels verändern sich Weltordnungen und globale Perspektiven. Das internationale Geschehen wird durch eine überschaubare Anzahl von Akteur:innen  bestimmt, während weltweit Millionen Menschen in Folge von Extremwettererscheinungen gezwungen sind, ihren Lebensraum zu verlassen. Was bedeuten die Veränderungsprozesse für Gesellschaften weltweit? Welche logischen, ideologischen und populistischen Debatten werden über den Klimawandel geführt? Welche Allianzen und Vernetzungen in Politik und Gesellschaft gibt es und braucht es? Wie sehen mögliche Modelle für einen solidarischen Umgang mit den Folgen des Klimawandels und der Kompensation von Umweltzerstörung aus? Das ist Schwerpunkt des Tages der Transformations.

 

Impact, Do.13.10.

Wie ver/ändern wir das Klima?

Die Wechselverhältnisse zwischen menschlichem Handeln und Lebensbedingungen auf der Erde sind vielschichtig und verwoben. Welche Dynamiken liegen den Veränderungsprozessen auf der Erde zu Grunde? Welche Veränderungsprozesse stehen in den nächsten Jahren an? Können wir das im Pariser Klimaschutzabkommen beschlossene Ziel, die Erderwärmung auf unter 2 °C zu halten, noch erreichen? Kann die Welt am Ende des 21. Jahrhunderts reicher und gerechter sein als heute? Wie können globale Zusammenarbeit und das Teilen von Ressourcen eine Anpassung an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels erleichtern? Was bedeutet eine "moderate" Entwicklung des Klimas? Was sind die größten Umweltbedrohungen und welchen gesellschaftlichen Folgen haben sie? Diese Fragen beschäftigen kluge Köpfe am Impact-Tag.

 

Trust, Fr.14.10.

Wem ver/trauen wir?

Nie zu vor war es so einfach, Informationen zu verbreiten und sie zu erlangen wie im digitalen Zeitalter des 21. Jahrhunderts. Aber welchen Informationen können wir vertrauen? Unterschiedlich motivierte Gruppen mit verschiedenen Vorstellungen, Werten und Wissens(be)ständen treten global in Erscheinung und gleichzeitig lokal miteinander in Konkurrenz. Weltweit organisieren Akteur:innen Widerstände gegen globale Werte- und Wissensordnungen – teilweise koordiniert und im Zusammenspiel mit Rechtspopulist:innen und identitären Bewegungen. Wie beeinflussen Umweltrassismus und Klimachauvinismus den Diskurs und die Fähigkeiten der Gesellschaften, die Aufgaben des Klimawandels zu meistern? Werden Klimaprobleme durch sie verharmlost oder geleugnet? Welche Bedeutung trägt politischer Aktivismus im Kontext des Klimawandels? Am Trust-Tag dreht sich alles um das Thema Ver/Trauen.

 

Cohesion, Sa.15.10.

Was ver/bindet uns?

Weltweit engagieren sich Menschen, um den klimatischen Veränderungen auf unserem Planeten entgegenzuwirken. Der Klimawandel verstärkt bestehende Ungleichheiten und macht Verbindungen zwischen Armut, Antifeminismus, Rassismus und Raubbau an der Natur sichtbar. Immer mehr Menschen sind klimabedingten Risiken ausgesetzt und von Armut betroffen, damit wachsen auch die Spannungen zwischen Klimaschutz und Armut. Wie verhalten sich die Themen Klimaschutz und Zusammenhalt zueinander? Wie können wir die Themen des Klimaschutzes solidarisch angehen, ohne die Gesellschaft zu spalten? Welche Lösungsvorschläge gibt es und welche Folgen haben sie? Ist die Strategie des kleinsten gemeinsamen Nenners sinnvoll?